berühmte Maler PDF Drucken E-Mail

Irgendwann in einem der letzten Dezennien des 19. Jahrhunderts trafen in Paris zwei Maler aufeinander, deren Ruhm sich Jahre später über die ganze Welt verteilen sollte. Zu dieser Zeit führten sie ein eher karges Dasein, hielten sich mit bescheidenen Mitteln über Wasser, waren nur davon besessen zu malen. Den Alltag bestritten sie mehr schlecht als recht, widmeten ihr Dasein, der von Visionen geprägten Malerei. Sie philosophierten über die Kunst und drangen ein in das frivol schimmernde Paris des späten 19. Jahrhunderts, freundeten sich an. Neben ihrem innerlichen Drang zu malen und ihrem Talent, hatten sie gemeinsam, dass die Professoren an der Kunstakademie dieses in Frage stellten. Vincent van Gogh, dem einen der beiden, empfahlen die Lehrenden doch gar, die Bilder nicht in diesen hellen Farben zu gestalten, „nein“, meinten sie, „heutzutage wären dunklere Farbtöne angesagt!“ Und zur Mutter seines Freundes Henri Toulouse Lautrec, urteilte ein Professor: „Ihr Junge ist zwar fleißig, dem natürlichen Talent und kreativen Potenzial sind jedoch Grenzen gesetzt!“

Während Vincent van Gogh seinen Aufstieg nicht erleben durfte, zählte Henri Toulouse Lautrec zu den wenigen Künstlern, deren Bilder bereits zu Lebzeiten im Louvre Heimat fanden. Henri bemühte sich zeitlebens seine Ideen kompromisslos zu verwirklichen, und fand sich eines Tages in der schwierigen Situation, ein Porträt einer jungen Frau zu malen, an deren Äußerem er wenig Schmeichelhaftes entdeckte. Ihr Vater, ein Polizeikommissar, der Henri nicht nur wohlgesonnen war, sondern auch zeitweilig seine schützende Hand über ihn hielt, hatte ihn um dieses Bildnis gebeten.

Henri Toulouse Lautrec löste diese Aufgabe auf seine Weise. Er benutze eine Maltechnik, die zwar dem Realismus verpflichtet war, andererseits malte er mit den Augen des liebenden Vaters, gestaltete so ein Kunstwerk von unglaublicher, beklemmend romantisch zu benennender Schönheit.

Gerade Henri, der wie bekannt, sein Lebtag unter dem Stigma „Krüppel“ gelitten hatte, gelang es die innere Schönheit in einer Dimension auf die Leinwand zu bannen, in der das Bildnis durch den Künstler spricht.

 

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