Weihnachten eines Autors PDF Drucken E-Mail

Volle Terminpläne eines Autors spiegeln eine gewisse Ambivalenz wider. Einerseits geht damit freudige Erregung einher, die sicherlich den Wurzeln aus Selbstwert und Ego entstammt, andererseits beeinträchtigt Druck die natürliche Kreativität, welche unbestreitbar zur Grundsubstanz jeglichen künstlerischen Schaffens zählt.

Aus diesem Grund entschloss ich mich bereits im Herbst, die sogenannte stillste Zeit des Jahres, sorgfältig zu planen, und die Geschenkvorbereitungen bereits vom herbstlichen Schreibtisch, meiner Tage im Trentino, anzugehen. Dass die weihnachtlichen, mir in den Sinn gekommenen Geschenkideen, welche mir beim Schreiben, Nachdenken und Planen, auf der sonnenbeschienenen Terrasse oberhalb des Gardasees einfielen, den Blick auf Limonenbäume und das silbrig glänzende Wasser gerichtet, nichts mit Winter gemein hatten, versteht sich irgendwie von selbst. Mit Shorts und T-Shirt bekleidet denkt wohl niemand an Langlaufskier, Daunenjacken und wärmende Unterbekleidung. So befreite ich mich von dem Zwang etwas winterlich Praktisches schenken zu müssen, wie ich es eine Kindheit lang erfahren und erlebt hatte, wohl auch der monetären Beschränkung halber, die notgedrungen den Gabentisch beherrscht hatte.

Selbstbewusst und voll zufrieden mit mir und der Welt, ließ ich keinerlei Gedanken über die Sinnhaftigkeit meines Tuns und an den ausgewählten Geschenken aufkommen, zögerte keine zwei Sekunden bei der Wahl des gelben Bikinis als Weihnachtsgeschenk für meine Gattin. Die Zweifel, ob ein Bikini wirklich das ideale Weihnachtsgeschenk sei, besänftigte ich mit dem Kauf eines dazu passenden Colliers.

Als ab dem 1. Adventwochenende die Schneemassen über uns hereinbrachen, überlegte ich einige Tage lang, ob ich den Geschenken für meine Gattin eventuell noch ein Schneeräumset, in Form einer Schneeräumfräse mit hydraulischem Antriebsmotor und direkt greifenden Radialkolben hinzufügen sollte, um ihr sozusagen den grauen morgendlichen Alltag etwas zu erleichtern, entschied mich dagegen, wählte zusätzlich einen Wellnessgutschein für einige Tage in Windischgarsten. Hier würde sie sowohl Collier als auch Bikini gebrauchen, und was gab es wohl Schöneres als die erhaltenen Geschenke baldigst einzuweihen.

So verlebte ich einen ausgesprochen ruhigen Dezembermonat, war zufrieden mit der Welt, mit mir, meiner Planung, gab mich ganz meinem Schaffensdrang hin und benutzte meine Kreditkarte in der Adventzeit, entgegen dem Usus früherer Jahre, nur einmal, um mich selbst zu beschenken, in Form eines raren Single Malt. Seit ich einer Literaturzeitschrift entnommen hatte, dass alle wirklich guten Autoren eine zeitweilige Liaison mit Alkohol eingegangen waren, sah ich keine Notwendigkeit mehr, dieses eine meiner wenigen Laster, vor der Welt geheim zu halten.

Die adventliche Hektik, die sich wie alljährlich in der letzten Adventwoche potenzierte, nahm ich mit einer Gelassenheit zur Kenntnis, welche mich selbst augenzwinkernd an die Meisterschaft vieler fernöstlichen Meister erinnerte. Überfüllte Parkplätze, Gerangel in den Einkaufszentren, was kümmerte es mich, der im Einklang mit sich selbst zur Beschaulichkeit zurück fand. „Wunschlos glücklich“ formulierte ich. „Fast“, dachte ich, aber dieser eine Wunsch, der in meinem Herzen lag, der sich mir beim Ansehen der DVD über das Leben von Johnny Cash impulsiv enthüllt hatte, dieser eine Wunsch würde noch einige Zeit auf Eis lagern. „Johnny Cash, live in St. Quentin, - einmal in einem Gefängnis eine Lesung abhalten, mein Traum!“ Ich sah die Bilder eines inneren Films plastisch vor mir, sah wie hunderte Jahre Zuchthaus mir applaudierten, hörte die frenetische Begeisterung, „was für eine Presse würde das geben“, dachte ich.

Zwei Tage vor Weihnachten verweigerte ich mich sogar dem obligaten vormittägigen Kaffeehausbesuch – ansonsten ganz im Stile der alten Wiener Kaffeehausliteraten, deren Arbeitsplatz ständig Stoff für neue Ideen bot, dem Volk sozusagen auf’s Maul geschaut –, ich genoss stattdessen die heimelige Ruhe vor dem Herd, schlürfte mit bedächtigen Schlucken einen Cusumano Nero D’Avola, Jahrgang 2004, gab mich dem Duft nach Brot, schwarzem Pfeffer und der sizilianischen Erde hin, sah nebenbei auf DVD die Literaturverfilmung von Victor Hugos „Les Miserables“. Den Vorlauf gedrückt auf meine Lieblingsstelle, die Schlusssequenz, in der Geoffrey Rush als Inspector Javert, der geniale Gegenspieler von Liam Neeson, mit geketteten Händen sich rücklings in den Fluss stürzt. Und genau in dem Moment, als er untertauchen sollte, ruckte das Bild, die Farben verschwammen als explodierte eine Feuerwerksrakete. Exakt im selben Sekundenbruchteil erfasste meine Nase den feinen Geruch nach Rauch, meine Augen und mein Mund sprangen so urplötzlich auf, als würde mit einem Schlag die Haustüre aufgerissen. Vor dem größten Schaden behütete mich wieder einmal meine sprichwörtliche Geistesgegenwart, indem ich spontan den sizilianischen Rotwein als Löschmittel verwendete. Geistesgegenwärtig, dafür schweren Herzens. In diesem Moment hatte ich weniger an den Verlust der vor Jahren sündteuren TV-Anlage gedacht, dafür schmerzte mich die Entfremdung meines Lieblingsrotweins.

Das Schönste Fest des Jahres mit Fernsehabstinenz zu verbringen, bekam selbst für einen, der schreibenden Zunft Verpflichteten, wie mich, einen weltfremden Beigeschmack. Die Boulevardpresse hatte überdies bereits tagelang vor familiären Krisenzuständen gewarnt, welche das Weihnachtsfest mit sich bringen konnte, hatte Notrufnummern abgedruckt für eheliche Ausnahmezustände. Und Weihnachten ohne Fernsehgerät würde unweigerlich zum Ausnahmezustand verkommen.

Mit einem wild verschlungenen Knoten in der Magengegend trat ich den Gang in das illustre und geschäftige Treiben eines Einkaufszentrums an. Der mit  klaustrophoben Symptomen behafteten Liftkabine wich ich aus, mangels einer simplen Treppe,  schwebte ich mit dem Pulk auf der Rolltreppe in die höheren Gefilde des weihnachtsschwangeren Einkaufshimmels. Auf diesem beschleunigten Abtransport mit den sich bewegenden Metallsegmenten, auf denen sich Menschen mit unzähligen Plastiktüten drängten, umhüllte mich eine Wolke aus Düften. Mittels meiner olfaktorischen Wahrnehmung gelang es mir sechs Düfte zu lokalisieren, deren Grundsubstanzen unweigerlich die Noten von Rosen, Bratkartoffeln, Tannennadeln, Essigwasser, Knoblauch und Pitralon trugen. Der Geruch nach Pitralon verblüffte mich, hatte ich dieses Rasierwasser doch als zu Grabe getragen eingestuft. Mit einem einzigen, dafür riesengroßen Schritt, trat ich über die Schwelle des Elektromarktes, der seinen Kunden strategisch und werbewirksam einflößt, dass Geiz durchaus geil machen kann. Ganz entgegen den die Halle erfüllenden Klängen von Weihnachtsliedern, dachte ich. Inmitten der Unzahl an LCD-Geräten entdeckte mich ein Verkäufer, der mir sein Fachwissen exhibitionistischen Ausmaßes an den Kopf warf, von Audio-Line-In und Common Interface Slot sprach, mit HDMI-Eingang und dynamischen Kontrastverhältnissen jonglierte, mich einzig mit der sogenannten kinderleichten Handhabung überzeugte. DVD-Aufnahmegeärt und Flachbildfernseher tauschte ich an der Kasse gegen eine gravierende Belastung meines Kreditkartenkontos.

Der Nachmittag des 23. Dezembers versank ebenso wie der Abend im dichten Dschungel der Gerätebeschreibungen. Diese hielten mit keinem Wort das, was sie zu versprechen vorgaben. Deren Papier war nicht imstande, meinen sizilianischen Lieblingsrotwein fachgerecht aufzusaugen, vom billigen Druck einmal abgesehen, ganze Absätze verwischten unter dem Einfluss der wichtigsten Rebsorte Siziliens. Akkurat wollten DVD-Recorder und Fernsehgerät keine engere Beziehung miteinander eingehen, und wenn diese trotz gegenteiliges Beschreibungswissen kurzfristig hielt – kürzer als ein One-Night-Stand -, so erinnerte das Dargebotene an horrible Grimassenauswüchse vor einem Scheidungstermin. Auch nach unzähligen Telefonaten mit einem befreundeten Fernsehtechniker kam ich nicht weiter, einzig mein Erfahrungsschatz war um einige Wutausbrüche reicher geworden, mein Weinlager um einige Flaschen Rotwein ärmer.  Pünktlich zum Aufsperrtermin des besagten Elektromarktes stand ich mit meinen Geräten bewaffnet in der Einflugschneise der hereindrängenden Menschen, die elektrische und elektronische Technik unter dem Christbaum verewigen wollten. Zwei Stunden später kannte ich bereits neunzehn Mitarbeiter des Elektromarktes namentlich, die sich allesamt für Reklamationen nicht zuständig befanden. Betonung auf NICHT! Während ich noch dachte, dass die häufigste von Mitarbeitern verwendete Floskel nicht die Grußformen guten Tag, guten Morgen, oder guten Abend waren, sondern der Satz, hiefür bin ich nicht zuständig, erschien ein freundlich lächelnder junger Mann, der meine Geräte übernahm, und mir ohne Aufzahlung zwei höherwertige Geräte zusagte. Wie ein Geist war dieser junge Mann aufgetaucht, behandelte mich freundlich und zuvorkommend, dass ich, völlig perplex und überrascht, es unterließ auf sein Namensschild zu achten. Minuten später in der Warteschlange vor der Kasse angekommen, sollte sich dies als gravierender Fehler meinerseits entpuppen, denn die kassierende Dame beachtete weder meine Rechnungen noch Einwände, fragte nur nach den zurückgebrachten Geräten, und  drückte kompromisslos einen roten Knopf, der Bewegung in die Sache und den Tag brachte. Zwei kleiderschrankgroße Herren in abgetragenen grauen Anzügen wuchsen aus dem Boden, drückten ihre Securityausweise mit Nachdruck auf meine Brillengläser. Meine höflich vorgebrachten Einwände und Beteuerungen an die beiden kurzgeschorenen Herren fruchteten absolut nicht, ihrem Auftritt entnahm ich sofort, dass sie in ihrer jugendlichen Laufbahn wohl niemals an einem Tanzkurs, mit Benimmregeln á la Knigge, teilgenommen hatten. Kurzerhand in die Mitte genommen, geleiteten sie mich ziehend und stoßendend zu den hinteren Räumlichkeiten. Ihre Handlung war in etwa so diskret wie die Webespots ihres Arbeitgebers, sodass mich mit einem Schlag hunderte Augenpaare ins Visier nahmen. Der von mir vernommene Ausspruch eines Kunden: „das ist der Schriftsteller, der Autor von Trichtersprung“, erfreute mich in diesem Augenblick nicht wirklich.

Mitunter, wenn auch äußerst selten, passiert es mir, dass ich Menschen, die ich neu kennenlerne, spontan als unsympathisch oder keine gemeinsame Wellenlänge kategorisiere. Die blonde Polizistin, nicht unhübsch, trug vom ersten Moment an alles dazu bei, diesen ersten Eindruck von mir zu verstärken und auszuweiten. Die Fragen und Aussagen ihrer Tatbestandaufnahme nervten so sehr, dass aus dem Knoten im Magen mittlerweile ein handfester Klumpen geworden war.

„Wie oft haben Sie mit dieser Masche schon Erfolg gehabt?“

„Geben Sie doch endlich zu, dass Sie lügen, Sie verschlimmern ihre Lange dadurch nur noch mehr!“

„Autor sind sie? Haben sie keinen anständigen Beruf, ja dann ….“

„Wenn jeder, dessen Fernseher abbrennt, einen klauen würde……..“

Dazu gesellte sich das unverschämte und süffisante Grinsen der Securitymenschen, mein Blut wallte. Mit leiser, dafür bestimmter Stimme gab ich ihr den Kosenamen Traumbild. Es war, als hätte ich den Button Start gedrückt. Sie beschleunigte wie ein Sportwagen, kam innert einer Sekunde in Fahrt und Rage, bezichtigte mich der Beamtenbeleidigung, meinte, ich hätte Trampel gesagt, was ich wiederum bestritt, antwortete: „Mein Wortschatz beinhaltet diesen Terminus nicht“, der Countdown lief, sie stand unmittelbar vor der Explosion. Naturgemäß stimmten ihr die beiden Securitys zu, und ich schalt mich in Gedanken, hätte mich ohrfeigen mögen. Klar, dass diese geifernde Polizeidame den Begriff Traumbild in die falsche Kehle bekam, klar hatte ich sie ärgern und provozieren wollen, aber Beamtenbeleidigung, nie im Leben. Ein Knoten im Magen war als Geschwür aufgebrochen, daran änderte auch nichts, dass sich mit dem Erscheinen des Elektromarkt-Mitarbeiters, dessen Namensschild ich nicht gelesen, und der mir die Waren umgetauscht hatte, alles schlagartig änderte. Die Sachlage war klar, sonnenklar trotz Nebel. Das Grinsen der beiden Securitydetektive versiegte so abrupt, wie sich ihre Körpersprache änderte, ab sofort devotes Verhalten ausdrückte. Entschuldigungen brachen über mich herein, nur Madame Polizei sprang nicht auf den Entschuldigungszug auf, betrachtete und behandelte mich weiterhin als der kriminellen Zunft zugehörig.

Das Verstauen der neuen Geräte in meinem Auto erledigte ich mit schnellen und wenigen Handgriffen, nahm den Besen zur Hand und befreite die Windschutzscheiben von dem feinen Film aus Schnee. Der Boden fühlte sich rutschig an, beschwingten Schrittes umkreiste ich das neben meinem Wagen abgestellte Polizeiauto. „Sogar mein Auto hat Frau Kommissar überprüft“, kam mir in den Sinn, als man mir just in diesem Moment den Boden unter den Füßen wegzog. Reflexartig griff ich nach einem Rettungsanker und hielt Sekundenbruchteile danach, am Boden liegend, den abgerissenen Spiegel des Polizeiautos in Händen. Ein Blick nach links, einer nach rechts, keine Zeugen weit und breit, aufgerappelt und tief durchgeatmet, und „noch einmal Glück gehabt“ gedacht. Furiengleich schoss die Polizistin aus dem Nichts auf mich zu, schrie mit schriller und überschlagender Stimme: „Pure Absicht, das haben Sie mit Absicht gemacht, das hat Konsequenzen, mutwillige Beschädigung eines Dienstfahrzeuges im Einsatz!“

Es war nicht mein Tag, absolut nicht mein Tag. Und wie diese Person so auf mich zuschoss, trat sie mit beiden Füßen genau auf die rutschige Stelle meines Missgeschicks, schlitterte auf mich zu, und ehrlich, ich hatte versucht sie aufzufangen. Ungestüm wie sie war, kam meine ausgestreckte Hand zu spät, und ich versetzte ihr einen linken Haken, der ihren Schwung verstärkte und wuchtig krachte sie auf den Asphalt. Von da an konnten meine Gedanken mit der Geschwindigkeit des erlebten Films nicht länger mithalten, die Ereignisse überrollten mich im Schnellvorlauf. Irgendwann fand ich mich auf den Boden geplättet, in Bauchlage, die Hände auf den Rücken gedreht, eine Stiefelspitze im Nacken, ein lautes „klick“, die Handschellen saßen schmerzhaft und wie angegossen.

Meine Vernehmung erlebte ich im Gefangenenhaus des Kreisgerichts. Mit stoischer Gelassenheit und wie ich meine, mit Würde. Nach drei Versuchen den gordischen Knoten rhetorisch aufzulösen, kapitulierte ich, gestattete dem Schicksal freien Lauf, hatte den Tag längst abgehakt. Ich war einsichtige genug zu begreifen, dass meine Bemühungen am Heiligabend einen Anwalt zu erreichen, nicht von Erfolg gekrönt sein konnten, verweigerte ab einem gewissen Zeitpunkt jegliche Aussage, unterschrieb keines der selbstzerstörerisch gearteten und ebenso formulierten Aussageprotokolle, fügte mich schlankweg, oder besser langernachts, in mein Schicksal, sprich: Zelle der Nacht.

Dass mich die am Heiligabend verbrachte Gefängnisnacht heute nicht traumatisch belastet, verdanke ich einzig dem Justizbeamten Rainer. Rainer ist Schließer.  Und Rainer ist so etwas wie die gute Seele dieses ungastlichen Hauses. Zitat Rainer: „Ich hab viele Verbrecher gesehen, aber einen Schriftsteller hatte ich noch nie…!“

Privatsachen abgegeben, die Privatkleidung mit einem Overall getauscht, und mit dieser völligen Absenz von Privateigentum stahl sich auch mein Selbstwert davon. Langsamen Schrittes und mit gebeugtem Rücken trottete ich hinter dem Wachebeamten her, als mich ein Jubelruf aus meinem tristen Gemütszustand holte: „Herr Trichtersprung, Herr Trichtersprung, Herr Trichtersprung!“

 

Rainer erkannte mich als Autor, die ihm unterstellte Gefängnisbibliothek besaß fünf Exemplare meines Romans Trichtersprung, und mit dieser Tatsache schmolzen meine Magenknoten wie Butter, selbst als ich erfuhr, dass die Obrigkeit diese Bücher einem Mann abgenommen hatte, der wegen Betrugs einsaß. Die Zusammenhänge erkannte ich rasch und klar mit dem Fokus des Geprellten, war ich doch vor Monaten via Internet an einen Kleingauner geraten, welcher sich selbst als Managerguru bezeichnet und mir etliche Exemplare abgeluchst hatte.

Der Justizbeamte Rainer Hoch, „sag Rainer zu mir“ hatte mich mit seiner sympathischen und fröhlichen Art aus meinem Dämmerschlaf erweckt, tat mir auf der Stelle seinen Gedankenblitz als Frage kund, seine treuherzig schauenden dunklen Augen geboten eine Zusage. Zwei Telefonaten seinerseits, und rund sechzig Minuten später startete die Weihnachtslesung in der Bibliothek. So erfüllte sich mein Traum, einmal im Gefängnis aufzutreten.

 

Fazit: „Hüte dich vor deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen."

Derzeit überlege ich, ob ich der Polizistin, die an der Erfüllung dieses Wunsches stark beteiligt war, ein signiertes Exemplar als kleines Dankeschön übermitteln soll?

 

(CR GUEHA 2010)

 

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