Novembersplitter…….. PDF Drucken E-Mail

Das triste Grau dieses Novembertages setzte ihm zu, grau wie sein Leben, Einheitsbrei. Die Höhepunkte und Erfolgserlebnisse seines Lebens schwammen irgendwo am Horizont der Vergangenheit, und die Gegenwart ertränkte er im Glas. Ein abgesoffener Tag, das Geld dafür war ihm in diesem Moment egal, „trink noch ein Glas mit“, sagten sie. Ohne zu widersprechen erfüllte er die Aufforderung, tat was sie erwarteten, tat das wonach ihm war. Die Sorgen des Tages ertränkt, keinen Gedanken an Probleme mehr verschwenden, das was morgen war, zählte in diesem Moment nicht, die Zukunft verlor sich so wie der Moment im Glas.

Vor dem nächsten Schluck Alkohol tauchte er für einen Sekundenbruchteil in das Denken rund um seine Familie ein, seine Frau, was würde sie sagen, Vorwürfe wohl? Die Kleine mochte es nicht wenn er aus dem Mund nach Alkohol roch, was kümmerte es ihn, die Welt war aus dem Lot, seine schien längst ver-rückt, bar jeglicher Farben.

Nieselregen besprengte die Windschutzscheibe, die Kälte im Inneren des Wagens misshagte ihm, rasch den Heizungsregulator höher gestellt, den Sitz leicht nach rückwärts geschoben, und urplötzlich wie aus einer nebeligen Wolke heraus sah er das rote Licht, Alarm in seinem Gehirn, STOP………

Die uniformierte Amtshandlung registrierte er in seinem Denken nur aus der Ferne, zog an ihm vorbei wie ein Film den er irgendwann und irgendwo gesehen hatte. Das Anlegen der Handschellen bekam ihm nicht, kurz bäumte er sich auf, dachte: „bin doch kein Verbrecher“, sah sich im Heck des Polizeiautos untergebracht, verlor die Worte und seine Gedanken.

Stunden danach gab ihn die Obrigkeit frei, zwei Promille hatten die Polizeibeamten konstatiert. Als seine Gedanken endlich aufklärten, dachte er: „Adieu Weihnachtsgeld , wieder ein Weihnachtsfest ohne Geschenke, was hatte er nicht versprochen, die Welt wollte er ihnen zu Füßen legen, und wie aus dem Nebel heraus hatte sich das Glück versenkt!“

 

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