In memoriam Peter Falk PDF Drucken E-Mail

Peter Falk, der als unscheinbarer und schrulliger Inspektor Columbo, stets mit einem zerknautschten Trenchcoat bekleidet, an die Verbrecher - schon fast bei der Tür – die Frage richtete: „eine Frage hätte ich da noch………“, erfreute und beeindruckte über viele Jahre hin, die Herzen der Zuseher. Seine Markenzeichen als Columbo, die abgelutschte Zigarre, der desolate Peugeot, die Eierschalen in der Manteltasche, verliehen dieser Filmfigur die besondere Note, dazu kam die charismatische Ausstrahlung des Schauspielers.

Aber auch über die Person Peter Falk gibt es viel Positives zu berichten. Er war ein Mann, dem Ruhm ausgezeichnet stand, der stets am Boden blieb, und der die Menschen mochte. Als er im Jahr 1987 zu Dreharbeiten für Wim Wenders Film „Der Himmel über Berlin“ eben dort verweilte, spazierte er nach den langen Drehtagen am Set, oftmals einsam durch die Straßen Berlins, gönnte sich sozusagen eine abendliche Auszeit. Gedankenklärung nannte er dies. Auf einem dieser Streifzüge sprach ihn eine ältere Dame mit dem Satz an, den er über viele Jahre so oft vernommen hatte: „Sind Sie nicht Inspektor Columbo..?“ Lächelnd bejahte er auch dieses Mal, und im Handumdrehen ergab sich ein fröhliches Gespräch. Aus dem Mund der Dame sprudelten die Sätze nur so heraus, dem Schauspieler blieb das Zuhören, die Lebensgeschichte und –umstände der gut 70jährigen Frau, Witwe mittlerweile, zogen ihn in Bann, und als nach Minuten des Straßengesprächs die Dame sich ein Herz fasste für eine persönliche Einladung zum Kaffetratsch im Kreise ihrer Freundinnen, nahm Peter Falk ohne zu zögern an.

In der darauffolgenden Woche war es soweit: drehfreier Tag, Kaffeeplausch im Kreise einer illustren Damenrunde, die mit teilweise sehr gutem Schulenglisch auf den Star einredete, und ihm etliche Schnurren seiner Filmarbeit und seines Lebens entlockte. Lächelnd stillte er die Neugier der Damen, beantwortete alle Fragen, erzählte freimütig von seinem Glasauge, war gewissermaßen ein Hollywoodstar zum Anfassen – immerhin einmal für den Oscar nominiert –, plauderte mit Charme, Herz und Verstand. Kaffee und die verschiedenen ihm angebotenen Kuchen lobte er als vorzüglich, schmeichelte den Damen mit der Aussage, sich selten so gut unterhalten zu haben, woraufhin die Jüngste, von den anderen „Küken“ gerufen – sie durfte die siebzig erst im nächsten Jahr feiern -, ihm einen Kuss auf die Wange drückte, die folgenden Lachstürme brachten sogar die Gläser der Wohnzimmervitrine zum Klirren. Die Verabschiedungszeremonie zog sich in die Länge, Erinnerungsfotos solange bis der Blitz streikte. Peter Falk nahm den Damen das Versprechen ab, die Fotos erst nach seiner Abreise aus Deutschland publik zu machen, und so folgte dem ersten Treffen noch ein weiteres.

Monate später erzählte eine Teilnehmerin des Kaffeekränzchens ihrem, dem Journalistenberuf nachgehenden Enkel von diesem privaten Treffen mit dem Filmstar, dieser maß der Geschichte jedoch keinen Wahrheitsgehalt bei, tat dies als  Wichtigtuerei seiner Großmutter ab.

Auf irgendeine Art fand diese Geschichte samt Fotos doch in die Welt der Medien, und als Jahre später Peter Falk von Reportern darauf angesprochen, meinte er: „Star sein heißt auch Verantwortung tragen, und Vorbild sein!“

 

 

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