| Die Ausseer Trommelweiber |
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Es sind dies in Frauennachtgewänder der vergangenen Jahrhunderte gehüllte Männer, die mit Trommeln und Trompeten den Winter aus dem Ort vertreiben wollen. In früheren Zeiten war man der Meinung, dass Naturgewalten, wie z.B. der Winter, mit Lärm verjagt werden könnten. Die Trommelweiber ziehen am Faschingsmontag und Faschingsdienstag nach der Melodie des „Ausseer Faschingsmarsches“ durch den Ort, wobei diese Melodie von einem Rhythmus getragen wird, der während der heiligen drei Faschingstage an allen Ecken und Enden des Ausseerlandes zu hören ist. Die Trommelweiber tragen Masken, damit sie von den Dämonen, die sie vertreiben wollen, nicht wiedererkannt werden und sich diese Dämonen nicht an ihnen rächen können. Um ein Trommelweib zu werden, genügt nicht allein das Bekenntnis, sondern nur wer von dem Fünferrat mit dem Obertrommelweib an der Spitze ausgesucht wurde, darf sich dem Aufnahmezeremoniell stellen. Die Novizinnen müssen den Eid auf die Trommelweiber-Fahne leisten: "Ich gelobe, an den heiligen drei Faschingstagen alle Kraft dafür einzusetzen, jedweden Arbeitseifer schon im Keim zu ersticken, meine Ernährung auf geistvoll-flüssige Substanzen auszurichten und noch mehr Wirtshäuslichkeit an den Tag zu legen", heißt es in der Gelöbnisformel. Dann gilt es einen brennscharfen Pfefferoni zu vertilgen und einen Viertelliter Schnaps - ex natürlich - zu trinken. Zum Schluss wird ein Luftballon aufgeblasen, bis er platzt. Stehen die Anwärter dann noch auf den Beinen, genießen sie "auf Lebzeiten" die hohe gesellschaftliche Anerkennung, die einem Mann Kittel und Bluse wohl nur im Ausseerland verleihen können. |



